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8 Tipps zur Vergesellschaftung von Katzen.

 

Wie schon einmal in einem früheren Bericht erwähnt, sind unsere geliebten Stubentiger durchaus gesellschaftsfähig, sie verfügen über ein ausgereiftes Sozialverhalten und sind definitiv keine Einzelgänger, sondern lediglich Einzeljäger. Trotzdem sind sie auch Gewohnheitstiere und die meisten Katzen reagieren erst einmal allergisch auf Veränderungen. So bedeutet auch ein neues samtpfotiges Familienmitglied anfangs Stress. Diesen kann man aber so gut es geht im Rahmen halten, um eine möglichst schnelle problemlose Vergesellschaftung zu erzielen.

 

 

1. Passen die Katzen zusammen?

Als allererstes muss man die passende Katze finden. Das ist sehr wichtig, da sich ähnelnde Charaktere besser harmonisieren und schneller Freunde werden können. So ist ein Kitten nicht unbedingt der Idealpartner für eine alte, ruhige Katze. Die alte Katze möchte mittlerweile womöglich lieber einfach nur schmusen und schlafen, während der Jungspund noch voller Energie steckt und am liebsten die Wände hoch geht. Alter, Charakter, Geschlecht, Gesundheit, Vorgeschichte und sogar Rasse können bei der Auswahl eine erhebliche Rolle spielen. Es kann für eine sehr scheue Katze förderlich sein, wenn sie zu einer souveränen, freundlichen Katze kommt. Eine sehr dominante Katze, könnte ihr aber eventuell eher schaden und sie mobben. Eine weitere sehr ängstliche Katze, könnte dazu führen, dass sich beide Katzen immer zurück ziehen da sie kein positives Vorbild haben das voran geht. Rassekatzen bevorzugen oftmals eher ihresgleichen, was auch schon bei manchen Rassehunden beobachtet werden konnte. Das liegt einfach an den gezüchteten Eigenschaften und muss natürlich nicht auf alle zutreffen, aber eben auf viele. Perser sind zum Beispiel für eher ruhige Gemüter bekannt, Siamesen und Bengalen sollen sehr menschenbezogen und eher schwierig bei einer Vergesellschaftung sein. Generell ist es immer einfacher eine Katze in eine Katzengruppe zu vergesellschaften, als zu einer weiteren einzelnen Katze.

 

 

 

2. Gerüche vermischen.

Katzen markieren ihr Revier mit sogenannten Gesichtspheromonen. Diese Duftmarker setzen sie überall, für uns geruchlos, indem sie ihr Köpfchen an den Gegenständen reiben. Ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit entsteht für die Katze. Eine neue Katze riecht fremd und das ist erst einmal sehr störend. Wenn der Neuankömmling sich bereits vor Einzug in deiner Nähe befindet, zum Beispiel auf einer Pflegestelle oder ähnlichem, kannst du vorab die Kuscheldecken der Katzen vertauschen. Dies ist ebenfalls möglich, wenn man die Vergesellschaftungsvariante mit den anfangs getrennten Zimmern wählt. So können beide Katzen sich schon vor dem Kennenlernen etwas mit dem neuen Geruch vertraut machen. Auch kann es helfen vorab schon einen Pheromon-Zerstäuber wie Feliway einzustecken. Dieser hat ebenfalls eine beruhigende und stresslösende Wirkung auf Katzen. Denn Achtung, ist die Katze zu viel Stress ausgesetzt kann es durchaus sein, dass sie beginnt mit Urinpheromonen zu markieren, und das ist dann leider ganz und gar nicht mehr geruchlos für uns.

 

 

3. Unnötigen Zusatzstress vermeiden.

Es ist sinnvoll die Tage oder Wochen vor dem Einzug des Neuankömmlings mit keinen weiteren Veränderungen aufzuwarten. Behalte deine übliche Routine bei, stelle nichts in der Wohnung um. Ich empfehle an dieser Stelle immer zusätzlich mit Bachblüten Notfalltropfen anzufangen. Sie haben keine Nebenwirkungen und können ebenfalls den Stress gut abfangen.

 

 

4. Vorbereitungen für die neue Katze.

Am besten besorgt man für die neue Katze alles nochmal neu: mehrere Bettchen, Futter- und Wassernapf. Es ist wichtig, dass die Katzen sich nicht um ihre Ressourcen streiten müssen und sich ganz auf das Kennenlernen konzentrieren können. Auch könnte es passieren dass die neue Katze die älteren, bereits von der vorhandenen Katze markierten, Gegenstände erst einmal nicht benutzen möchte.

 

 

5. Positive Assoziationen schaffen.

Und wenn du gerade schon so schön beim Shoppen bist, besorge doch gleich einen neuen Kratzbaum, ein paar neue Spielsachen und richtig gute Leckerlis – für beide Katzen! Damit hat man einige spannende, neutrale Gegenstände parat, die der Vergesellschaftung nutzen können. Wenn die Katzen miteinander und nebeneinander entdecken, spielen und genießen können, wird das ihrer Bindung behilflich sein.

 

 

6. Der Einzug der neuen Katze.

Für den Einzug der neuen Katze sollte man auf jeden Fall etwas Freizeit einplanen. Idealerweise kann man ein paar Tage Urlaub nehmen, oder hat wenigstens ein langes Wochenende. Wenn es für dich und deine Katze die allererste Vergesellschaftung ist, wäre es sinnvoll zunächst ein komplettes Zimmer separat für den neuen Stubentiger einzurichten. So hat dieser Zeit in aller Ruhe anzukommen und die Nasen können sich erst einmal ganz gefahrlos nur durch den Türschlitz beschnuppern. Hast du schon etwas Erfahrung oder eine ganze Katzengruppe Zuhause, für die Neuankömmlinge kein absolutes Fremdwort sind, kannst du die Türen auch direkt offen lassen. Ich empfehle die neue Katze mit ihrer geöffneten Transportbox in eine ruhige Ecke eines Raumes zu stellen, von wo sie aber auch gut zu Fluchtpunkten ausweichen kann. Zum Beispiel unter das Sofa oder auf den Schrank. Ihre Katzentoilette, Futter- und Wassernapf sollten in unmittelbarer Nähe stehen.

 

 

7. Immer wieder positive Assoziationen schaffen.

Bei jeder freundlichen oder zumindest toleranten und respektvollen Annäherung sollten die Katzen ausgiebig gelobt und auch gerne mit Leckerli belohnt werden. Schaffe so viele positive Assoziationen wie nur irgend möglich. Wenn die Neukatze sich etwas akklimatisiert hat, kann man sich auch mit beiden gemütlich auf die Couch setzen. Eine rechts und eine links, und beide streicheln, mit Leckerli verwöhnen oder gar bürsten, wenn sie das mögen. Ganz besonders wenn es sich bei den Katzen um Freigänger handelt sollte das Ersttier, welches ja nach wie vor seinen Freigang genießt, überaus verwöhnt werden, um zu vermeiden dass es eventuell nicht mehr zurück kommen möchte.

 

 

8. Fauchen erlaubt.

Fell stellen, Fauchen, Grummeln und auch leichtes Pföteln zum Distanz halten, sind anfangs normal und ok. Einen richtigen Streit sollte man aber unterbinden, weil dass die Gesamtstimmung langfristig verschlechtern kann. Die alte Katze könnte anfangs schlecht gelaunt sein, Futter verweigern, im schlimmsten Fall auch Urinmarkieren. Aber wenn man mit besten Leckerlis und Verwöhnprogramm an die Sache heran geht, sollte alles gut gehen. Ist dem nicht so, kann man zum einen die Vergesellschaftung ein wenig zurück drehen und verlangsamen, und es zum anderen gegebenfalls nochmals mit weiteren Hilfsmittelchen wie zum Beispiel Zylkéne probieren.

 

 

"Wahre Freundschaft ist eine sehr langsam wachsende Pflanze."

In diesem Sinne: viel Erfolg!

 

Alles Liebe, eure Vivi vom Lola&Lumpa-Team

 

 

 

 

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