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Adoption aus dem Tierschutz. Wie läuft das eigentlich ab?

Adoption aus dem Tierschutz. Wie läuft das eigentlich ab? https://www.lolaundlumpa.com/2017/08/18/adoption-aus-dem-tierschutz-wie-l%C3%A4uft-das-eigentlich-ab/ #tierschutz #hundehaltung #adoption #adoptdontshop

 

So manch einer hat schon einmal mit dem Gedanken gespielt ein Tier aus dem Tierschutz zu adoptieren, war dann aber verunsichert oder fand das Prozedere zu kompliziert.

Im folgenden möchte ich euch einmal erläutern, wie eine Adoption abläuft, um Mut zu machen für diesen guten und wichtigen Schritt. Es gibt eventuell kleine Unterschiede im Vorgehen, aber im Prinzip läuft es bei jedem Tierschutzverein sehr ähnlich ab. 

 

 

Wo findet man Tierschutzvereine und Vermittlungstiere?

Neben den staatlichen Tierheimen die es in jeder Stadt gibt, kann man private Tierschutzvereine und Auslandstierschutzvereine unter anderem über eine Suchmaschine wie Google (zum Beispiel das Wort Tierschutz+Land suchen : "Tierschutz Spanien") finden. So kommt man meist direkt auf die Homepage des jeweiligen Vereins. Auch gibt es Sammelseiten. Gute Sammelseiten, die viele Tiere verschiedener Vereine zeigen, sind zum Beispiel das ZERGportal und shelta von Tasso. 

Im Facebook herrscht auch eine weite Tierschutzlandschaft, hier gibt unendlich viele Seiten und Gruppen zum Thema Tierschutz und von verschiedenen Vereinen. Ein Tierschutzverein hat heutzutage meiste eine eigene Homepage und eine eigene Facebookseite. Aber auch Sammelseiten oder rassespezifische Seiten und Gruppen gibt es wie Sand am Meer, hierzu einfach bei Facebook nach der Rasse suchen, gegebenenfalls mit dem Zusatz "in Not" oder ähnlichem. Als Beispiel hier unsere Seite für "Kroatische Schäferhunde und Mudis in Not".

Aber auch bei verschiedenen Kleinanzeigen (zum Beispiel ebay-Kleinanzeigen) inserieren sehr viele Tierschutzvereine. Das mag erst einmal unseriös erscheinen, aber es ist einfach eine gute kostenlose Möglichkeit viele Menschen, besonders auch ortsspezifisch, zu erreichen, was bei Hunden auf deutschen Pflegestellen von Vorteil sein kann.

 

 

Die Bewerbung.

Ob über Nachricht im Facebook, über Kleinanzeigen oder per Email, über ein vorgefertigtes Kontaktformular auf einer Homepage oder sogar per Telefon. Sobald man sich verliebt hat, steht als Erstes die Bewerbung an.

Bitte, bitte keine plumpen Kurzfragen wie "Wie ist der Preis?". Das zeugt nicht von wahrem Interesse und dann kann man es auch gleich sein lassen. In einer vernünftigen Bewerbung sollte man schreiben für welches Tier man sich interessiert, wer man selbst ist, wo man herkommt, grobe Auskünfte darüber wie man lebt, was man so tut und ob man bereits Erfahrungen mit der jeweiligen Tierart hat und vielleicht sogar bereits eigene Tiere vorhanden sind. Es muss kein Roman werden, aber eben einfach ein grober Umriss der Lebensituation, die man dem Tier bieten kann und möchte.

Nach einer ersten Kontaktaufnahme folgt meist ein Telefonat mit dem jeweiligen Vermittler, dieser stellt noch die ein oder andere Frage und auch man selbst kann Antworten auf alle wichtigen Fragen erhalten.

 

 

 

Der Fragebogen/die Selbstauskunft.

Danach bekommt man nochmal einen ausführlichen Fragebogen zum ausfüllen, für den allerlei persönliche Daten und detaillierte Informationen bezüglich der Wohn- und Lebenssituation relevant werden. Manche fühlen sich dabei unwohl, weil es neu für sie ist und etwas auf Tuchfühlung geht. Aber bitte haben Sie Verständnis! Die Tierschützer wollen niemandem was Böses, sondern einfach glückliche Tiere und glückliche Menschen. Dafür ist es leider wichtig, genau zu prüfen, ob es sich um ein passendes Zuhause handelt.

Manchmal sind die ersten zwei Punkte auch in umgekehrter Reihenfolge: man füllt direkt den Fragebogen über die Homepage aus und erhält danach den ersten Kontakt, den ersten Anruf.

 

 

Die Vorkontrolle.

Anhand des Fragebogens wird dann eine Vorkontrolle gesucht. Tierheime haben ihre eigenen Kontrolleure, Vereine des Auslandstierschutzes suchen sich einen Tierschützer vor Ort über weitvernetzte VK/NK*-Gruppen.

Der jeweilige Kontrolleur wird für gewöhnlich vom Verein angekündigt und vereinbart dann telefonisch einen Besuchstermin mit dem Interessenten.

Am besten ist es, wenn man sein Heim vor der Kontrolle schon dem Tier entsprechend eingerichtet hat. Besonders bei Tierschutzhunden aus dem Ausland sollte man sich vorab mit Sicherheitsgeschirr und Schleppleine eindecken, praktische Komplett-Sets findet ihr hier in unserem Shop

Eine Vorkontrolle dauert in der Regel 15 Minuten bis 1 Stunde, je nachdem wie sehr man ins Plaudern kommt. Und solange man ein tierlieber Mensch in einem normal gepflegten Zuhause ist, sollte es auch keine Beanstandungen geben. 

(*Vorkontrolle/Nachkontrolle)

 

 

 

Der Schutzvertrag und die Schutzgebühr.

Jedes Tierschutztier wird mit Schutzvertrag und Schutzgebühr abgegeben. Beides, wie der Name schon sagt, dient in erster Linie dem Schutze des Tieres. Beide werden entweder noch vor Übergabe per Überweisung und auf dem Postweg fällig, oder es wird direkt bei Übergabe geregelt und bar bezahlt.

 

Ein Schutzvertrag ähnelt einem Kaufvertrag und enthält mehrere Klauseln zu Haltungsbedingungen und Anforderungen des jeweiligen Tieres. Ebenso sind alle wichtigen Daten des Tieres, wie Chip- und Passnummer, Geburtsdatum und erfolgte Impfungen vermerkt sowie ob eine Kastration vorgenommen wurde und ob eine bekannte Krankheit oder ein Handicap besteht.

 

Die Schutzgebühren haben nichts mit einem Kaufpreis zu tun und sind nach dem Sozialprinzip (ähnlich wie bei uns die Krankenversicherungen) ausgerichtet. Der junge und gesunde Hund hilft zum Beispiel die Kosten für alte und kranke Hunde mit zu decken.

Fakt ist aber, dass die Schutzgebühr oftmals gerade so die normalen medizinischen Versorgungen, das Futter und den Transport deckt. So reicht es den meisten Vereinen hinten und vorne nicht, weshalb sie auf Spenden angewiesen sind um die Kosten der Tiere tragen zu können.

 

Übrigens: Auch ein als gemeinnützig eingetragener, ehrenamtlicher Tierschutzverein muss für die Schutzgebühren Steuern an das Finanzamt abführen! Zu behaupten, dass ehrenamtliche Tierschützer in die eigene Tasche arbeiten, wäre falsch.

 

 

Die Dauer.

Je nachdem wann das Tier ausreise-oder vermittlungsfähig ist, wo es sich derzeit befindet und

wie schnell eine Vorkontrolle gefunden und durchgeführt werden kann, kann eine Vermittlung wenige Tage bis Wochen dauern.

 

 

Die Abholung.

Und irgendwann kommt der Tag.

Idealerweise hat man sich mehrere Tage Urlaub genommen. Man ist schon vorher die ganze Zeit hibbelig, und an diesem besonderen Tag wird es in der Regel noch viel aufregender.

Es ist wie ein erstes Date mit Schmetterlingen im Bauch und feuchten Händen.

Je nachdem wo das Tier herkommt, holt man es dann beim Tierheim, der Pflegestelle, von einem Abholort, an den es via Transporter gebracht wird, oder beim Flughafen, wo es mit Flugpaten ankommt.

 

 

Herzlichen Glückwunsch, das war es schon! Gar nicht so kompliziert, oder ?

 

 

Alles Liebe, eure Vivi vom Lola&Lumpa-Team

 

 

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