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Farbratten. Entzückende kleine Charaktere.

 

 

 In Gedenken an meine geliebte Knödelmaschine, und alle anderen wunderbaren Ratten die mich bereits begleitet haben und noch begleiten. 

 

Seit etwa 50 Jahren erfreuen sich Farbratten immer größerer Beliebtheit als Haustiere. Schon lange sind sie nicht mehr einfach Punkertiere, sondern Liebhabertiere bei allen möglichen Gesellschaftsschichten. Jeder der sich etwas mit ihnen beschäftigt, wird schnell feststellen wie intelligent, verspielt, verschmust und lustig Ratten sein können. Natürlich gibt es immer Ausnahmen und nicht jede Ratte wird superzahm, aber die meisten schließen sich dem Menschen gerne an und werden so zutraulich wie kleine Hunde. Aber auch wenn das Tier noch so menschenbezogen ist, darf es niemals alleine gehalten werden. Ratten sind ausgesprochen soziale Rudeltiere und müssen daher immer im Rudel, das sind mindestens 3 Tiere, gehalten werden.

 

 

Unsere Farbratten stammen hauptsächlich von Labortieren ab. Sie haben eine Lebenserwartung von ca. 1,5 bis 3 Jahren und es gibt sie in vielen Farben. Natürlich haben sich auch hier Zuchten und leider auch Qualzuchten gebildet. Wo die Nachfrage, da das Angebot. Und wie immer plädiere ich für Vermittlungstiere aus dem Tierheim oder einer Nothilfe. Dort gibt es auch ganz oft kleine Rattenwelpen an denen man noch lange Freude hat.

 

 

Farbrattenhaltung. Nicht nur eitel Sonnenschein?

Die Rattenhaltung ist gar nicht so unaufwendig wie man vielleicht denken mag.

 

Eine entsprechende Behausung, sprich ein großer Eigenbau, eine umgebaute Voliere oder ein großer Käfig, benötigen doch recht viel Platz in der Wohnung. Ebenso muss das Ganze regelmäßig gereinigt werden. Sie sind zwar hygienische Tiere, die auch viel Körperhygiene betreiben, jedoch haben sie einen gewissen Eigengeruch und lassen ihre Urinmarkierung wo sie gehen und stehen. Auch sind sie ambitionierte Inneneinrichter, die gerne mal die dekorativen Mühen des Menschen auseinander nehmen, zernagen und auf andere Etagen schleppen.

 

Leider zählen Ratten auch nicht gerade zu den gesündesten Haustieren. Auch wenn sie klein sind, können sich die Tierarztkosten schon mal anhäufen.

 

Wenn man sich dieser Punkte bewusst ist und damit leben kann, bekommt man mit einem Rudel Farbratten ganz wundervolle, lustige, unterhaltsame und intelligente Haustiere.

 

 

 

Das Rudel.

Bei der Rudelzusammensetzung empfiehlt es sich für Anfänger ein vorhandenes Rudel zu übernehmen, oder Geschwistertiere aus einem Wurf. Junge Rattenwelpen aus verschiedenen Würfen lassen sich auch noch sehr gut und einfach vergesellschaften. Bei erwachsenen sich fremden Tieren sollte man eine Schritt-für-Schritt-Integration nach Anleitung vornehmen. Die Rudelzusammenstellung sollte aus gleichgeschlechtlichen Tieren bestehen. Die Weibchen sind etwas kleiner, zierlicher und quierliger. Rattenböcke hingegen werden größer und haben meist ein etwas gesetzteres Gemüt. Eine Option sind noch Kastraten. Die Kastration ist für eine gesunde Ratte ein gut zu bewerkstelligender Eingriff. Und wenn man danach noch mindestens eine Woche gut auf Hygiene und Befinden des Tieres achtet, geht in der Regel alles gut. Ein Kastrat kann Ruhe und Harmonie in eine Weibergruppe bringen. Es können dadurch sehr schöne Rudel entstehen.

 

 

Die Behausung.

Einen geeigneten und artgerechten Käfig zu finden ist, wie schon in meinem letzten Blog "Kleintiere artgerecht halten – ist das schwierig?" erwähnt, gar nicht so einfach. Es gibt jedoch ein paar fertige Modelle, mit denen man praktisch direkt starten kann. Hierzu gehören zum Beispiel der Savic Suite Royal 95 Double und der Ferplast Furet Tower. In beiden dieser Käfige können 4 Ratten gehalten werden. Wenn man sich im Baumarkt passende MDF-Platten zuschneiden lässt und noch ein paar Volletagen bastelt, sogar einige mehr. Ausrechnen könnt ihr das bei Cagecalc.

 

Auch sehr beliebt und langlebig sind Kaskadendom und damals auch Unidom. Man muss für solch eine Behausung schon etwas tiefer in die Tasche greifen, aber sie sind quasi unkaputtbar und alle möglichen kleinen Einzelteile können jederzeit nachgekauft und ersetzt werden. Manchmal hat man Glück und ergattert solch ein Schmuckstück über Kleinanzeigen. Sie sind allerdings sehr massiv und schwer und können nicht so einfach mal verschoben und neu platziert werden wie ein anderer Käfig. 

 

Papageienvolieren werden auch gerne mal als Rattenvoliere umgebaut. Auch hier muss man dann wieder Volletagen einbauen. Ansonsten kann man auch wunderbar einen Eigenbau, zum Beispiel aus einem Kleiderschrank, machen. In der Rattencommunity ist das große, schwedische Möbelhaus recht beliebt.

 

Gewöhnliches Kleintiereinstreu wird von vielen Ratten eher schlecht als recht vertragen, viele reagieren mit Atemwegsproblemen und Augenreizungen. Daher greifen viele Rattenhalter zu alternativen Streusorten wie Hanf, oder verzichten ganz und steigen auf Zeitungspapier, Hanfmatten oder Fleecedecken um.

 

Bei der Einrichtung kann man sich schön austoben, da Ratten sehr gute Kletterer und sehr neugierig sind. Es gibt speziell für Ratten schon sehr beliebte Einrichtungsgegenstände wie der Sputnik. Eine zweiteilige Kunststoffhöhle die man sowohl aufstellen als auch – noch beliebter – im Käfig aufhängen kann! Man kann aber auch auf Einrichtungszubehör anderer Tierarten zugreifen (Zubehör für andere Nager, Reptilien, aber auch Großvögel), zum anderen lassen sich aber auch allerlei Dinge aus dem Bauhaus und Möbelhaus umfunktionieren und zweckentfremden. Natürlich kann man auch einige Dinge aus der Natur im Käfig integrieren. Äste sind wunderbar zum klettern und knabbern geeignet (Vorsicht, einige Baumarten sind nicht für Ratten geeignet). Und zu guter Letzt gibt es heutzutage ganz tolle Leute, die kuschelige Kuschelhöhlen, Hängematten und Röhren für Kleintiere nähen. Tolle Kuschelsachen findet ihr zum Beispiel bei Kuschelhaeuser und Annas-Kuschelsachen.

Natürlich kann man auch selbst Hand anlegen. Die ein oder andere Nähanleitung findet sich im Internet.

 

Ich würde behaupten, dass sich so ziemlich jede Ratte über eine Hängematte, eine Kuschelhöhle und einem Sputnik freut. Jeweils am liebsten das ganze Rudel zusammen reingequetscht, dass hier und dort noch Popöchen und Schwänzchen raus schauen.

 

 

Der Freilauf.

Täglicher Freilauf ist nicht nur für die Auslastung der Tiere sondern auch für die Bindung zum Menschen von Bedeutung. Entweder man hat hierfür ein rattensicheres Zimmer, oder man grenzt sich einen größeren Bereich ab. Dies geht zum Beispiel mit Pappwänden. Auch ein Flur oder ein Badezimmer können sich gut eignen. Schnell noch ein paar lustige Sachen zum entdecken und erkunden aufgestellt und schon können die kleinen Abenteuer toben. Einrichtungsgegenstände aus dem Käfig, Kartons, Decken, und auch Rascheltunnel und Kratzbäume aus der Katzenabteilung eignen sich hierfür gut. Der Freilauf ist auch immer eine gute Möglichkeit besondere Leckereien anzubieten und an der Zähmung und Bindung zu arbeiten.

 

 

Die Ernährung.

Was die Ernährung angeht, nehmen Ratten sehr vieles bis fast alles an, wie kleine Hausschweine. Dennoch sollte auf eine gesunde und artgerechte Ernährungsweise mit entsprechendem Trockenfutter und Frischfutter geachtet werden. Eine schlechte Ernährung spiegelt sich allzu schnell in Durchfall und weiteren Erkrankungen wieder.

 

Ein empfehlenswertes Rattenforum, in dem auch ein Rezept zum Selbermischen des Rattenfutters zu finden ist, ist das Ratteneck.

 

 

 

Ich liebe Ratten und auch wenn ihre Haltung doch um einiges aufwendiger ist, als zum Beispiel die eines Hamsters, werden sie mich wohl immer wieder einmal begleiten.

 

 

 

Alles Liebe, eure Vivi  vom Lola&Lumpa-Team

 

 

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