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Freilauf für glückliche Hühner (Hühner artgerecht halten – Teil 1 )

 

Eigentlich ist jeder Mensch tierlieb und möchte, dass Tiere nicht unnötig leiden. Wer gerne zum Frühstück ein Ei isst, der bezahlt einen geringen Preis, die Tiere zahlen jedoch ordentlich, wenn sie nicht artgerecht gehalten werden. Eigene Hühner brauchen nur wenig Platz, wenig Futter und legen jeden Tag dankbar ein paar Eier. Einige Rassen legen sogar im Winter. Es sind zudem schöne Tiere. Es gibt Rassen, die sehr zutraulich werden können. Einen Überblick über die verschiedenen Hühnerrassen findet man hier.

 

Wer in seinem Garten einen Hühnerstall und Freilauf einrichtet, der kann selber darüber entscheiden, ob seine Tiere artgerecht gehalten werden. Es gibt Hühnerställe im Handel für erschwingliche Preise. Es kann aber auch einfach in einem alten Nebengebäude mit einem kleinen Umbau ein Hühnerstall eingerichtet werden. Beim Freilauf lautet die Frage ebenfalls, wie viel Zeit und Geld man investieren möchte. Wenn die Umgebung sicher genug ist und es niemanden stört, dann laufen die Hühner am besten frei herum. Es ist viel weniger Aufwand, den Gemüsegarten ein zu zäunen. Ansonsten kann versucht werden, eine Hühnerrasse zu wählen, die nicht gut fliegt, um keinen hohen Zahn zu benötigen.

 

An diesen paar Zeilen sieht jeder Leser schnell, dass die Hühnerhaltung im eigenen Garten gut überlegt sein will, damit man sich später nicht ärgert.

 

 

 

Grundlegendes zu Hühnern – kurz und knapp

 

Hühner können ohne Hahn gehalten werden, mit Hahn ist es jedoch schöner. Ein Hahn pro vier Hennen gilt als Faustregel. Hähne vertragen sich untereinander nicht gut und brauchen viel Platz, um einander aus dem Weg zu gehen. Deswegen wäre bei vielen Haltern ein Hahn bereits das Maximum. Aber auch die Hennen brauchen Platz, um sich aus dem Weg zu gehen, damit sie sich nicht gegenseitig hacken und die Federn rupfen. Die Hennen legen die ersten zwei Jahre gut, dann immer schlechter, wollen aber dennoch gerne weiter gepflegt werden.

 

Es gibt kleine Zwerghühner oder Landhühner, die häufig sehr gut legen. Diese können jedoch besser fliegen, auch wenn Hühner eigentlich nicht richtig fliegen können. Solch ein Huhn kann durchaus einen Zaun mit über 3 Metern Höhe überwinden. Man könnte besser direkt nach oben noch ein Netz spannen, damit die Hühner vor Greifvögeln sicher sind.

 

Dann gibt es wiederum schwere Hühner vom asiatischen Schlag. Dieses können nicht ganz so hoch fliegen, brauchen auf die gelegten Eier aber viel mehr Futter. Diese Hühner sind für die Eierproduktion weniger wirtschaftlich.

 

Zudem gibt es auch Hühner mit zerschlissenem oder krausem Gefieder wie das Seidenhuhn oder Strupphuhn. Diese Tiere können nicht fliegen, sondern nur springen, sind aber gegen Regen empfindlicher. Der Halter muss sich bei der Pflege mehr Mühe geben.

 

Es wäre also genau zu prüfen, was für ein Freilauf im Garten überhaupt möglich und auch erschwinglich ist, um dann die passende Hühnerrasse zu wählen. Bei großen Hühnerrassen soll pro Tier mit 10 m² Freilauf als Minimum kalkuliert werden. Bei Zwerghühnern darf es etwas weniger sein. Die kleineren Rassen sind jedoch beweglicher und brauchen deswegen ebenfalls ihren Freilauf. 

 

 

Hühnerfreilauf für glückliche Hühner

 

Hühner haben Grundbedürfnisse. Sie wollen nach Futter suchen, sie wollen auch mal ausruhen. Hühner brauchen im Freilauf eine Stelle, wo sie Schatten und möglichst auch einen Unterstand finden. Für den Fall, dass doch mal ein Greifvogel oder ein anderer Räuber kommt, ist es sehr wichtig, dass sie nur wenige Meter bis zur Deckung brauchen. Weiterhin wollen Hühner ein Sandbad, welches sie auch für die Pflege vom Gefieder brauchen. Mit dem Sandbad können sie sich gegen Parasiten wehren. Damit das Sandbad funktioniert, muss der Sand trocken sein. Wenn es solch trocken bleibende Stellen gibt, richten die Hühner sich ihr Sandbad selber ein. Ansonsten wäre es gut, wenn sie einen alten Sandkasten erhalten, der zur Sicherheit ein paar Abflusslöcher haben soll. Dieser wird unter einen Unterstand gestellt. Man könnte glatt eine Abdeckplane mit Ösen über ein Rahmengestell aus Dachlatten ziehen, welches nach unten zu zwei Seiten offenbleibt. Schon haben die Tiere auch einen Windschutz.

 

Es können ein paar Salatreste oder andere Grünreste in den Hühnerfreilauf geworfen werden. Selbst frischer Rasenschnitt ist für die Hühner ein Leckerbissen. Es darf jedoch kein Kraftfutter im Freien gegeben werden, weil dieses wiederum andere Tiere anlocken kann. Die Hühner sollen allerdings ununterbrochen Zugang zu frischem Wasser haben.

 

Hühner grasen ihren Freilauf schnell ab, wenn dieser zu klein ist. Dann bleibt nur der nackte Boden über. Die Hühner koten. Wenn es regnet und dieser Hühnerfreilauf zu Schlamm wird, entwickeln sich Keime. Gerade Hühnerrassen mit Federfüßen schleppen die Keime mit sich herum. Wenn man nur einen kleinen Freilauf einrichten kann, dann wäre es sehr sinnvoll, dass die Fläche vorher etwas aufgeschüttet wird, damit das Wasser nicht steht, sondern direkt zu den Seiten weg kann. Wenn es dennoch zu Schlamm wird, wäre es sinnvoll, die Hühner für ein paar Tage nicht raus zu lassen. Das geht allerdings nur, wenn sie einen genügend großen Hühnerstall haben.

 

 

 

- Robert Brungert

 

Für mehr Informationen schaut auch auf diesen Seiten vorbei:

https://www.huehner-hof.com/

https://www.huehner-haltung.de/ 

 

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