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Futter und Ernährung für Gartenhühner (Hühner artgerecht halten – Teil 3)

 

Gute Legehühner schaffen rund 200 Eier im Jahr, das muss man sich einmal zusammen rechnen: Selbst wenn es eine kleine Rasse ist, deren Eier im Schnitt bei 50 Gramm liegen, so sind das noch immer zehn Kilo Eier pro Jahr von einem Huhn, welches vielleicht selber nur bei 2,5 Kilogramm liegt. Jeder, der diese Zahlen nachvollziehen kann, sieht selber, wie wichtig eine genügende und ausgewogene Ernährung für Legehühner ist. Das Futter muss mit knapp 20% viele Rohproteine, aber mit über 3% auch viel Kalzium enthalten. Weitere Inhaltsstoffe wie Vitamine, Eisen oder Lysin sind wichtig, damit alle Vorgänge bei der Eibildung und beim Eierlegen einwandfrei ablaufen.

 

Wer seine Hühner artgerecht hält, der bietet ihnen einen Freilauf. Dieser kann entweder abgegrast sein oder für die Hühner viel hergeben. Wenn die Tiere im Sommer viel finden, dann haben sie bereits Vitamine und auch Rohproteine. Man müsste sich nicht mehr so viel Mühe beim Hühnerfutter geben und kann ein wenig auf den Preis schauen. Wenn die Hühner im Freilauf jedoch kaum noch oder gar nicht mehr fündig werden, dann ist hochwertiges Legehennenmehl sehr wichtig. Wenn die Tiere im Winter nicht legen, dann ist es wiederum nicht ganz so entscheidend. Dennoch soll auch dann wenigstens ein Teil vom Hühnerfutter sehr ausgewogen sein. Aber auch alles andere Hühnerfutter muss frisch und hochwertig sein.

 

Hühner freuen sich durchaus, wenn sie die Salatabfälle aus der Küche erhalten. Wer den Hühnern jedoch Reste aus der Küche oder einige Gartenabfälle gibt, der darf ihnen erstens nicht alles geben und zweitens darf das Futter nicht verdorben sein. Z.B. Avocados sind für praktisch jedes Tier Gift. Aber auch Futter wie Paprika, Zitronen oder Knoblauch sind für Hühner nicht geeignet.

 

 

Beim ausgesuchten Frischfutter darf deswegen nicht zu viel auf einmal gegeben werden. Dann ist es für die Tiere jedoch sehr gut, da sie in freier Natur ebenfalls viele frische Halme zupfen. Selbst etwas frischer Rasenschnitt und Fallobst kann den Tieren kaum schaden. Hühner sind sozusagen Allesfresser, dürfen aber nicht mit allem gefüttert werden.

 

 

Das Entwicklungsstadium der Hühner

 

Legehennenmehl ist nicht für alle Entwicklungsstadien der Hühner optimal. Für Küken werden wieder andere Nährstoffe sowie kleine Korngrößen benötigt. Hier soll der Halter mit Kükenstarter beginnen und nach und nach zu Aufzuchtfutter über gehen. Dann kann er für junge Legehennen Junghennenfutter verwenden. Für legende Hühner ist Legehennenmehl zu wählen. Wenn die Hühner gerade nicht legen, dann würde auch ein normales Hühnerfutter gehen.

Wenn Jungtiere ihre Federn bilden oder Rassen mit vielen Federn in der Mauser sind, dann braucht das Hühnerfutter ebenfalls viele Proteine. Der Halter soll also darauf achten, in welchem Stadium seine Tiere sind. Da Küken zusammen mit der Glucke oder ohne diese getrennt zu anderen Hühnern in einem abgegrenzten Bereich aufgezogen werden, geht das auch sehr gut.

 

 

 

Eigenes Hühnerfutter mischen?

 

Wer sein Hühnerfutter selber zusammen stellt, der soll bei fertigen Futtermitteln von hoher Qualität auf die Zusammensetzung schauen. Weiterhin soll er darauf achten, dass die Hühner ständig etwas Grünfutter für die nötigen Vitamine erhalten. Als Kalkquelle können alte Eierschalen gewaschen und gut zerkleinert gefüttert werden. Es kann auch Muschelgrit gekauft und mit dem Futter gegeben werden.

Tierische Eiweißquellen wie Mehlwürmer sind leider teuer. Dennoch ist es sinnvoll, den Hühnern wenigstens etwas tierisches Eiweiß zu geben. Milchprodukte können sie jedoch nicht richtig verdauen. Mehlwürmer wären also perfekt. Es können auch andere Futterergänzungen mit tierischem Protein gewählt werden, wenn diese sich für Hühner eignen. Dieses tierische Eiweiß brauchen die Hühner aber nur, wenn sie gerade wirklich nichts im Freilauf finden. Ansonsten genügt es, wenn man ihnen mit dem Hühnerfutter auch einen Teil Erbsen oder Bohnen gibt, wenn diese vorher genügend zerkleinert wurden. Zum Auffüllen der eigenen Futtermischung können gängige Getreidearten gewählt werden, der Anteil von Mais soll jedoch niedrig bemessen werden.

Anhand der Nährwertangaben der ausgewählten Futtermittel kann jeder selber abschätzen, wie viel er von welchem Futter anteilig gerade einplanen muss. Einfacher ist es, direkt ein Fertigfutter zu kaufen. Legehühner brauchen je nach Rasse knapp 100 bis über 150 Gramm pro Tag von solchem Fertigfutter, wenn sie ansonsten nichts finden. Wenn die Tiere zu viel Kraftfutter erhalten und verfetten, nimmt die Legeleistung jedoch ab.

 

 

 

Fazit

 

Wer die Möglichkeit hat, der soll seinen Hühnern einen möglichst großen Freilauf gönnen, in dem sie selber fündig werden. Somit muss weniger gefüttert werden, womit die Futterkosten sinken. Je weniger die Hühner selber finden, umso wichtiger ist hochwertiges Hühnerfutter. Wer seine Hühner gut versorgen möchte, der wird also spätestens im Herbst hochwertiges Hühnerfutter kaufen, während im Sommer zum Abend schon ein paar Getreidekörner und Erbsenbruch genügen.

Wenn die Hühner gemischte Körner erhalten, dann gibt es solche, die gezielt Körnersorten wie Mais picken und besonders fett werden. Besser ist es, wenn das ganze Körnerfutter zu einem groben Futtermehl geschrotet wird oder sogar noch in Pellets gepresst wird. Somit erhalten die schwachen Hühner dieselben Nährstoffanteile wie die starken Hühner, wenn genügend Futter da ist.

 

 

 

- Robert Brungert

 

Für mehr Informationen schaut auch auf diesen Seiten vorbei:

https://www.huehner-hof.com/

https://www.huehner-haltung.de/

 

 

 

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