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Die natürliche Brut bei Haushühnern (Hühner artgerecht halten – Teil 4)

 

 

Es ist ein idyllisches Bild, wenn sich irgendwo in einer Fernseh-Sendung eine Henne um ihre Küken kümmert. Wer selber einige Hühner im Garten hält, der soll aber nicht denken, dass es so einfach ist. Es gibt viele Faktoren, die auf den Erfolg einer Naturbrut bei Haushühnern Einfluss nehmen. Es wird selbsterklärend vorausgesetzt, dass die Hühner mit einem Hahn gehalten werden. Alternativ könnte man den Moment abpassen, in dem eine Henne brütig wird und ihr befruchtete Eier unterschieben. Viele Halter kaufen ihre Eier und brüten diese in einer Brutmaschine aus. Also gibt es andere Halter, die befruchtete Eier abgeben. Man kann also auch mit der einen Hühnerrasse eine ganz andere ausbrüten, oder sogar mehrere Rassen zugleich.

 

Letztendlich gibt es ohne einen Hahn dennoch keine befruchteten Eier. Das andere bereits gefallene Stichwort lautet „brütig“. Es gibt viele Hühnerrassen, die auf Legeleistung gezüchtet wurden. Eine Henne, die brütig wird, legt vorübergehend keine Eier. Deswegen werden die besten Legehühner-Rassen meist gar nicht oder nur noch selten brütig. Das geht so weit, dass viele Halter neben ihren Hauptrassen ein paar andere Hühner wie Seidenhühner halten, um ihre Eier aus zu brüten. Man könnte auch eine Brutmaschine erstehen? Naturbrut ist bei guter Pflege robuster, ein Leben lang. Zudem ist das Bild unbezahlbar, wie sich die Henne um die Küken kümmert.

 

Es gibt einige Haushuhnrassen, die ihr gelegtes Ei nur sehen und mit dem Brüten beginnen. Ein alter Trick lautet, dass man den Hühnern ein Gipsei ins Nest legt, damit sie immer ein frisches Ei nach dem anderen dazu legen, welches man ihnen täglich weg nimmt. Möchte man hingegen Küken, dann lässt man die Eier liegen. Wenn die Henne ihr volles Nest sieht, regt das den Bruttrieb an. Wenn sie doch nicht brütig wird, dann räumt man ihr eben doch einmal die Woche das Nest leer, damit die Eier nicht schlecht werden.

 

 

 

 

Die Anforderungen an das Legenest

 

Damit die Henne ihre Naturbrut gut übersteht, braucht sie viel Ruhe. Das bedeutet, dass der Halter seine Henne samt den Eiern umsetzen muss. Die Legehenne soll einen abgetrennten Hühnerstall mit kleinem Auslauf erhalten, in dem sie ihre Ruhe findet. Sie darf nicht durch andere Hühner oder den Halter gestört werden. Diesen Brutstall soll der Halter möglichst schon vorsorglich einrichten. Er kann die Henne und dann direkt die Eier vorsichtig umsetzen. Er soll saubere Kunststoffhandschuhe tragen, damit nicht hinterher sein Geruch die Henne vom weiteren Brüten abschreckt.

 

Wenn die Henne im Normalfall 21 Tage auf dem Nest hockt, damit die Eier immer passend warm bleiben, dann sind ein paar Details sehr wichtig. Wenn in dieser Zeit Ektoparasiten wie die rote Blutmilbe hochkommen, dann kann es der Henne zu viel werden, womit sie die Brut aufgibt. Im Normalfall bewegt diese sich und kann immer wieder mal ein ausgiebiges Sandbad nehmen. Wenn sie jedoch 21 Tage auf dem Nest brütet, dann ist sie für die Rote Blutmilbe, Flöhe oder andere auf den Wirt kletternde und saugende Parasiten das gefundene Fressen. Unabhängig zur brütenden Henne soll deswegen immer auf Hygiene und Parasitenbekämpfung im Hühnerstall geachtet werden.

 

Zudem muss es in der Nähe vom Nest Wasser, Futter und ein Sandbad geben. Das Legenest soll an einer geschützten Stelle liegen, wo es nicht zu warm oder zugig wird. Rollt ein Ei heraus, muss die Henne es wieder zurückrollen können. Es darf bei Regen nicht durchregnen.

 

 

 

Schlupftag

 

Wenn die Küken nach 21 Tagen schlüpfen, dann drücken sie die Schale mit ihrer Eischwiele ein und picken die Schale nach und nach auf. Die Küken brauchen ein eigenes Futter. Es wird zuerst Kükenstarter gegeben, der nach und nach durch Aufzuchtfutter ausgetauscht wird. Das bedeutet, dass die Küken mit oder ohne der Henne getrennt aufgezogen werden. Henne und Küken können direkt im Brutstall bleiben, der mit dem Schlüpfen auf die Bedürfnisse der Küken angepasst wird. Es soll sich nur um einen kleinen Stall mit kleinem Auslauf handeln, damit die Küken noch nicht zu viel Bewegung haben. Wenn es die Tiere überfordert, versterben sie im schlimmsten Fall. Die Küken der gezüchteten Haushühner sind nicht immer so robust wie vom noch heute wildlebenden Urahn, dem Bankaviahuhn.

 

Der Hühnerhalter soll also sehr darauf achten, dass er die gesonderte Stallung früh genug einrichtet und die brütige Henne samt ihren Eiern schnell genug dorthin bringt. Hier soll nach dem Schlupf auch die Tränke für Küken zugänglich sein, ohne, dass diese reinfallen und ertrinken können. Weiterhin kann es helfen, wenn man eine Wärmeplatte für Küken hat, die in kalten Nächten für passende Temperaturen sorgt. Küken haben noch kein ausgebildetes Gefieder und sind sehr empfindlich. Bis sie dann ihr richtiges Gefieder bilden sind Küken mit „Samthandschuhen“ an zu packen und dürfen nicht überfordert oder unterversorgt werden.  

 

 

 

- Robert Brungert

 

Für mehr Informationen schaut auch auf diesen Seiten vorbei:

https://www.huehner-hof.com/

 

https://www.huehner-haltung.de/

 

 

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