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Besonderheiten der Kükenaufzucht (Hühner artgerecht halten – Teil 5)

 

 

Je nach Veranlagung der Elterntiere werden die Küken anders aussehen. Es kommt bei den Farbschlägen vor, dass nur ein Teil der Küken wie die Eltern erscheint, der andere Teil jedoch ein anders farbiges Gefieder hat. Oder die ganze nächste Generation sieht anders aus und wird in der darauffolgenden Generation durch Rückkreuzen wieder das ursprüngliche Erscheinungsbild hervorbringen. Wird ein Seidenhuhn mit Seidengefieder mit einem Seidenhuhn oder anderem Huhn mit glattem Gefieder gekreuzt, dann hätten für diese Generation alle Hühner ein glattes Gefieder, da die Anlage rezessiv ist.

 

Bei Strupphühnern oder anderen Hühnern ist es normal, dass ein Teil der Hühner jeder Generation ein normales Gefieder hat und damit nicht dem gewünschten Bild der Rasse entspricht. Das sind Besonderheiten, die genetisch bedingt sind. Teils ist es für die Erhaltungszucht sogar notwendig, Hühner mit einfließen zu lassen, die eigentlich nicht dem gewünschten Bild entsprechen. Wer jetzt aus der ersten Generation in der zweiten eine Rückkreuzung anstrebt, der soll beachten, dass er Inzucht zwingend vermeiden soll, da diese nach einigen Generationen zu schweren Missbildungen führen wird. Der Halter soll generell Bruteier, Küken oder Hühner mit anderen Haltern tauschen.

 

Weiterhin kann sich der Hühnerhalter nicht aussuchen, ob er nur Hennen haben wird. Ob Naturbrut oder Kunstbrut, ein Teil der Hühner ist weiblich, der andere Teil männlich. Auch wenn adulte Hähne einander nicht mehr mögen, so können männliche Küken gemeinsam aufgezogen werden. Bei einigen Rassen ist es möglich, die Hähne ihr Leben lang zusammen zu lassen, wenn sie genügend Platz und genügend Hennen haben.

 

 

 

 

 

Wissenswertes zur Brut

 

Damit aus dem Ei ein Küken wird, braucht es nicht allein 21 Tage lang die passende Wärme, die bis auf Ausnahmen exakt bei 37,5 bis 38° Celsius liegen muss. Nur in den letzten drei Tagen soll diese Temperatur um 0,2° Celsius gesenkt werden. Die Henne wendet die Eier mehrfach am Tag. In der Kunstbrut müssen die Eier ebenfalls wenigstens viermal am Tag gewendet werden, damit die Küken nicht an einer Seite vom Ei festkleben und absterben. Ab dem 18ten Tag hört man in der Kunstbrut mit dem Wenden auf. Zudem soll die Luftfeuchtigkeit bei 40 bis 60% relative Luftfeuchtigkeit liegen. Nur am Schlupftag soll diese auf wenigstens 70% erhöht werden. Dann haben es die Küken beim Schlüpfen mit der Eihaut einfacher. Die Küken piepsen bereits vor dem Schlupf und sprechen sich sozusagen untereinander ab. Hier gibt es Grundlagen zur Kunstbrut.

 

Es ist schon ein kleines Wunder, wenn die Henne viele dieser Parameter exakt einhält, damit ihre Naturbrut erfolgreich ist. Bei der relativen Luftfeuchtigkeit kann hingegen der Hühnerhalter den Extremen etwas entgegen steuern.

Wer mit Kunstbrut arbeitet, der kann die Eier ab dem siebenten Tag schieren. Die Eier werden durchleuchtet, um zu schauen, ob sich die Küken entwickeln oder eben nicht. Wenn nicht, dann werden die Eier entfernt. Es geht nicht allein um Platz, es geht auch darum, faulende Eier zu entfernen. Sollten diese zerbrechen, wäre es ansonsten sehr ärgerlich.

 

Wenn die Bruthenne sehr fett ist, kann sie mit Pech ihre eigenen Eier zerdrücken und mit dem auslaufenden Innern ihre eigene Brut ruinieren. Auch deswegen kann es sich auszahlen, eine brutfreudige leichte Hühnerrasse neben der Hauptrasse zu halten. Der Halter soll jedoch beachten, dass nicht jede Hühnerrasse sich mit jeder anderen Hühnerrasse gemischt halten lässt.

 

 

 

Schlusswort zur Naturbrut

Die meisten Hühnerrassen beginnen mit der Naturbrut im Frühjahr. Gelingt die erste Brut nicht, haben sie noch genug Zeit für einen zweiten Anlauf. Wie beim Eierlegen ist es auch beim Brüten, dass junge Hühner eher brütig werden und erfolgreicher sind. Wer wirklich seine Henne für die eigene Naturbrut unterstützt, der soll sich gerne an dem schönen Anblick erfreuen, darf die Tiere jedoch nicht stressen. Wer Kinder hat, der soll diesen das deutlich genug erklären.

 

 

 

- Robert Brungert

 

Für mehr Informationen schaut auch auf diesen Seiten vorbei:

https://www.huehner-hof.com/

https://www.huehner-haltung.de/

 

 

 

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