· 

Hamsterkäfig richtig einrichten

 

Auf die Instinkte der Tiere Rücksicht nehmen

 

Hamster sind kleine und schöne Haustiere, die sich überwiegend zum Beobachten und weniger zum Streicheln oder Spielen eignen. Auch wenn Hamster schon seit vielen Jahren in Menschenhand gezüchtet werden, so sind ihre Instinkte noch sehr stark. Damit Hamster sich wohlfühlen und alt werden, soll der Hamsterkäfig ansprechend eingerichtet werden. Die verschiedenen Hamsterarten haben ihre individuellen Bedürfnisse, es gibt jedoch sehr viele Parallelen, die hier als die Basics aufgeführt werden.

 

Für Zwerghamster soll der Hamsterkäfig mindestens 50 x 50 x 100 cm groß sein. (Breite, Höhe, Länge) Für Mittelhamster (Goldhamster und ihre Zuchtlinien) darf er gerne noch größer ausfallen. Wichtig ist die tiefe Bodenwanne. Alle Hamster gehören zu den Wühlern und wollen ihre Gänge und Kammern in den Boden graben. Im Hamsterkäfig soll deswegen eine Schicht aus staubarmen Sägespänen gestampft werden. Für Zwerghamster soll diese Schicht wenigstens 20 cm, für Mittelhamster wenigstens 30 cm hoch sein. 

 

Damit die Tunnel nicht einsacken, werden die Sägespäne gestampft und schichtweise kann etwas Heu eingearbeitet werden. Das Einstreu darf nicht scharfkantig sein oder stauben, Hamster haben empfindliche Pfoten und Atemwege.

 

Schwere Einrichtungsgegenstände könnten mit Pech nachsacken. Deswegen sollen sie stabile Füße haben, die nicht so schnell durchgenagt werden. Alternativ können die Einrichtungsgegenstände an den Käfigseiten befestigt werden oder es wird zur einen Seite eine Ebene eingebaut, auf der alles gestellt wird. Viele Eigenbauten oder auch fertigen Hamsterkäfige verlaufen über mehrere Ebenen, um den Raum besser und interessanter zu nutzen.

 

Hamster lieben es zu wühlen und sich unterirdische Gänge zu buddeln. - via pixabay
Hamster lieben es zu wühlen und sich unterirdische Gänge zu buddeln. - via pixabay

 

Kein Plastik, keine Giftstoffe, auf Hygiene achten

 

Hamster sind aktive Nagetiere, die auch an lackiertem Holz oder an Plastik nagen würden. Splitter können giftig sein oder die Tiere innerlich verletzen. Sicherlich ist die Bodenwanne vieler Hamsterkäfige aus Kunststoff, hier kann das Tier jedoch schlecht ansetzen. Überall dort, wo es mit dem Nagen beginnen könnte, soll es keine Kunststoffe oder Giftstoffe geben. Wenn Hölzer behandelt werden, dann auf eine Weise, die für Hamster ungiftig ist. Es gibt z.B. Sabberlack, der auch für Kinderspielzeug verwendet wird.

 

Zu beachten bleibt, dass Hamsterkäfige nicht ständig komplett gereinigt werden. Es ist immerhin ein Kraftakt, die Gänge in die Holzspäne zu graben. Einige Halter wechseln diese deswegen nur alle zwei Monate oder monatlich immer nur eine Hälfte auf einmal. Dennoch bleibt die regelmäßige oberflächliche Reinigung vom Hamsterkäfig sehr wichtig für die Hygiene.

 

Für das trockene Umfeld ist es sehr wichtig, dass die Wasserstelle nicht zu viel tropft. Eine Nippeltränke kann über der Wasserschale hängen. Wenn der Hamster mit der Nippeltränke gut umgehen kann, braucht die Wasserschale nicht weiteres Wasser enthalten, dennoch soll es zwei Tränken geben.

 

Zudem soll dem Hamster eine Hamstertoilette angeboten werden. Nagetiere pinkeln in Ecken, weswegen im Handel Ecktoiletten erhältlich sind. Es kann direkt Toilettensand erstanden werden, der eine höhere Saugkraft hat. Feuchte Stellen im Toilettensand sollen täglich entnommen werden. Mit Glück nehmen die Hamster die Ecktoilette direkt an, wodurch der Hamsterkäfige trockener bleibt.

 

Der dritte Feuchtigkeitsfaktor ist Frischfutter. Hamster sollen immer auch etwas Frischfutter erhalten. Wenn sie dieses jedoch hamstern, dann bildet sich schnell ein Schimmelherd. Wer beobachtet, dass sein Hamster auch Frischfutter hamstert, der sollte dieses nur noch im Hamsterauslauf anbieten. In diesen sollen Hamster gelegentlich gesetzt werden, um sich ohne Laufrad richtig bewegen zu können.

 

Frischfutter - via Robert Brungert
Frischfutter - via Robert Brungert

 

Einrichtung vom Hamsterkäfig

 

Neben der Wassertränke und der Hamstertoilette braucht es noch weitere Einrichtungsgegenstände. Hamster ruhen am Tag in ihrem Bau und kommen in der Dämmerung oder in der Nacht raus. Also benötigen sie ein Mehrkammernhaus für Hamster, welches nach unten offen sein darf. Dieses kann halb im Streu eingegraben werden. Es soll wenigstens zwei Hamsterhäuschen geben.

 

Ein weiteres unverzichtbares Einrichtungselement ist das Sandbad. Hamster haben empfindliche Pfoten und benötigen für ihr Sandbad deswegen Chinchillasand. Anderer Sand ist häufig zu scharfkantig oder grobkörnig. Das Sandbad dient der Entspannung und der Pfellpflege. Robowski Zwerghamster sind zwar die kleinsten Hamster in Menschenhand, benötigen jedoch ein besonders großes Sandbad oder einen Bereich, der anstelle von Holzspäne Chinchillasand enthält.

 

 

Mehrkammernhaus - via Robert Brungert
Mehrkammernhaus - via Robert Brungert

 

Zur Standard-Ausstattung gehört das Laufrad. Dieses muss für den Hamster jedoch groß genug sein, damit die Wirbelsäule sich nicht zu sehr in die falsche Richtung krümmt. Weiterhin sind die einst üblichen Draht-Laufräder für Hamster gefährlich. Es muss sich um eine geschlossene Trommeln handeln. Gute Laufräder haben den doppelten Durchmesser der Länge vom Tier, ohne den Schwanz mit einzuberechnen. Damit kommen Goldhamster auf rund 30 cm, Zwerghamster entsprechend weniger. Damit ein Laufrad gut funktioniert, soll es zur einen Seite mit einem Kugellager am Standbein ruhig laufen und im Laufrad etwas Struktur für die Hamsterpfoten aufweisen.

 

Weiterhin benötigen Hamster zwei Futterstellen. Grobkörniges Futter soll hingegen in das Hamsterstreu gegeben werden, damit die Tiere wie in freier Natur suchen müssen. Die Hamster dürfen immer etwas bunkern, sollen jedoch nicht zu große Vorräte anlegen. Es soll also auf eine überlegte Fütterung mit gelegentlichem Leeren vom Futterbunker geachtet werden.

 

Außerdem soll es weitere Verstecke, Klettermöglichkeiten, Ebenen oder auch unterschiedliche ungiftige Materialien wie Totholz, Rinde oder Moos geben. Hamsterwatte soll nicht verwendet werden, da diese gefährlich ist. Fressbare Verstecke oder Stege sind weitere interessante Elemente für die Einrichtung vom Hamsterkäfig. Damit das alles noch reinpasst, braucht es wirklich mehrere Ebenen. Der Halter kann bei der Einrichtung vom Hamsterkäfig darauf achten, was beim Hamster gut ankommt, um anschließend seine Schwerpunkte zu setzen.

 

 

Laufrad Kunststoff - via Robert Brungert
Laufrad Kunststoff - via Robert Brungert

 

Details beim Hamsterkäfig beachten

 

Hamster brauchen Bewegung und damit ihr Laufrad. Kritiker erklären, dass die Tiere wenig Beschäftigungsmöglichkeiten haben und deswegen schnell vom Laufen süchtig werden und einen Laufrad-Koller erleiden. Wer beobachtet, dass sein Hamster ständig und lange im Laufrad läuft, der stellt es nur noch für kurze Zeit in den Hamsterkäfig. Es wird empfohlen, die Tiere regelmäßig in einen größeren Freilauf zu setzen, in dem sie sich bewegen können. Wenn die Bodenbeläge unbedenklich sind, können diese Freiläufe mit einigen Einrichtungsgegenständen auf den Boden gestellt werden. Auch hier darf es keine nagbaren Kunststoffe und schon gar keine Elektrokabel oder Katzen geben.

 

Weiterhin klettern Hamster an ihrem Gittergehege hoch. Wenn der Hamsterkäfig Gitterseiten hat, dann soll der Hamster nicht zu tief oder schmerzhaft fallen können. Zudem soll auf die Abstände der Gitterstäbe zueinander geachtet werden. Für Mittelhamster sollen die Abstände bei 8 bis 10, für Zwerghamster bei 6 bis 8 mm liegen, damit die Tiere sich besser festhalten können. Besser ist es, wenn kletterwütige Hamster andere Klettermöglichkeiten haben.

 

Wer seinen Hamster an Gitterstäben nagen hört, der muss sich deswegen keine Sorgen machen. Es soll jedoch geschaut werden, ob das Tier genügend andere Möglichkeiten zum Nagen im Hamsterkäfig hat.

 

Täglicher Auslauf in einem gesicherten Umfeld bietet dem Hamster Abwechslung und Bewegung und ist eine fabelhafte Gelegenheit an der Bindung zu arbeiten. - via pixabay
Täglicher Auslauf in einem gesicherten Umfeld bietet dem Hamster Abwechslung und Bewegung und ist eine fabelhafte Gelegenheit an der Bindung zu arbeiten. - via pixabay

 

Passender Ort für den Hamsterkäfig

 

Hamster wollen über Tag ruhen und mögen es auch in der Nacht nicht zu hektisch. Der Hamsterkäfig soll deswegen an einem ruhigen Ort aufgebaut werden. Dieser soll im Winter aber nicht zu kalt oder im Sommer zu heiß werden. Hamster fallen mit sinkenden Temperaturen in den Winterschlaf. In Wohnräumen wird es nicht kalt genug, womit die Tiere in eine Starre fallen, die jedoch tödlich enden kann. Bei Hitze sitzen wild lebende Hamster in ihren kühlen Bauten. Die Tiere vertragen nicht viel Wärme und können in Menschenhand im Hochsommer leider am Hitzetod sterben.

 

Die Temperaturen für Hamster sollen also bei 18 bis 25° Celsius liegen. Wird es kühler, soll geheizt werden. Wird es wärmer, dann kann ein Kühlakku in ein feuchtes Handtuch gewickelt und an eine Käfigseite gehangen werden, an der sich das Tier gut aufhalten kann. Es wird die kühlende Stelle bei Bedarf aufsuchen und nutzen.

 

Wer sich in den ersten Wochen besonders intensiv um seinen Junghamster bemüht, der hat mit Glück ein sehr zahmes Tier. Die Hamster sollen jedoch nicht gejagt und gefangen werden. Sich im gleichen Raum aufhalten, beobachten und Futter anbieten sind die besseren Methoden, um scheue Tiere zu zähmen. Das Futter muss dennoch für die Hamsterart geeignet sein, damit die Tiere gesund bleiben.

 

 

 

 

- Robert Brungert

 

Für mehr Informationen schaut auch auf dieser Seite vorbei: 

https://www.hamster-haltung.de/

 

 

 

 

 

Teilen macht Freude!

Wir freuen uns riesig,  wenn du diesen Artikel

mit anderen Tierfreunden teilst :-) 

 

 

 

Schau doch mal in unserem Shop vorbei!
Schau doch mal in unserem Shop vorbei!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0